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Interview mit Stefan Schumacher zum Riester Check-up

27.03.2015

Herr Schumacher, was hat es mit dem Riester Check-up auf sich?

In Deutschland gibt es ca. 16 Mio. Riesterverträge, die sich auf die vier Durchführungswege Versicherungen, Fondssparer, Bausparer und Banksparer verteilen. Über die Vor- und Nachteile der einzelnen Durchführungswege kann man sich streiten, wir sehen Riester jedoch hauptsächlich in der langfristigen Altersvorsorge und für uns steht die Sicherheit der Rente unserer Mandanten und ein ausgewogenes Rendite- / Sicherheitsverhältnis im Mittelpunkt der Betrachtung. Um diese Ziele zu erreichen, muss man auf der einen Seite einen Auswahlprozess etablieren, der die Punkte Gesellschaftsqualität, Anlagemotoren und Serviceleistungen überprüft und auf der anderen Seite einen Überwachungsprozess, der die Punkte Nutzung der Förderung, Höhe der zu zahlenden Beiträge und Entwicklung der Guthaben und Zinsen in den Verträgen überwacht.

Klingt nach viel Arbeit und einer Menge Know-how?

Das stimmt und leider wird diese Vorgehensweise sehr oft nicht geleistet, wie man den Statistiken der nicht abgerufenen Förderungen im Bereich Riester jedes Jahr entnehmen kann. Dabei bestätigen mittlerweile auch die größten Kritiker wie Finanztest, dass sich die Riesterrente sehr lohnt, wenn man diese richtig betreuen lässt. Die Zulagen machen alleine bis zu 8,4% staatlich garantierte Rendite aus, wenn man es richtig macht. Dazu kommen dann jeweils noch die Verzinsungen aus den Kapitalanlagen. Viele Kunden und auch Berater sind hier allerdings überfordert.

Wie muss man sich das in Ihrer Kanzlei genau vorstellen?

Im ersten Schritt befragen wir den Mandanten gründlich über seine Ziele und entscheiden gemeinsam über den richtigen Weg der Vorsorge. Intern überwachen wir mit unterschiedlichen Gremien aus Spezialisten ständig den Finanzmarkt und filtern die Anbieter nach Bilanzkennzahlen und Anbieterqualität. Danach schauen wir uns die möglichen Anlagemotoren und Anlagekonzepte an. Hierbei ist zu beachten, dass jeder Mandant individuelle Sicherheitsbedürfnisse hat. Der Anlagemotor muss zum Mandanten passen. Danach analysieren wir die Versorgungslücke und legen eine Strategie für den Mandanten fest, wie er diese in den Griff bekommt. Im Anschluss gilt es den Vertragsverlauf und die persönlichen Veränderungen bei den Mandanten zu überwachen.

Was sind aus Ihrer Sicht hierbei die wichtigsten Punkte?

Entscheidend ist, dass die Mandanten einen Profi im Rücken haben, der Ihnen immer wieder einen Status Quo aufzeigt und Lösungen zu Problemen und Herausforderungen findet. Im Bereich Riester ist das vor allem die Bestimmung des richtigen Beitrages, die Prüfung und Sicherstellung der Zulagen und möglicher Steuerrückerstattungen, die Anpassungen der Verträge auf die jeweilige Lebenssituation der Mandanten und die regelmäßige Prüfung der Gesellschaft und des Anlagemotors. Ein Single hat andere Ansprüche als eine Familie mit kleinen Kindern und bei beiden liegen völlig unterschiedliche Fördersituationen vor.

Also gilt es bei Riester ständig auf Veränderungen zu reagieren?

Ganz wichtig, denn Riester ist ein sehr dynamisches Produkt, da Veränderungen der persönlichen Ebene sofort Einfluss haben. Beispielsweise verändert ein höheres Gehalt, die Geburt eines Kindes oder die Hochzeit sofort den Rahmen der optimalen Riesterausgestaltung. Daher muss eine regelmäßige Prüfung unbedingt stattfinden. Hier lag die Idee unseres jährlichen Riester Check-up`s. Der Mandant soll die optimale Nutzung der Möglichkeiten erhalten.

Aber machen das nicht alle Betreuer?

Leider gar nicht, da es für die meisten Berater oder Verkäufer mit dem Abschluss getan ist. Fragen Sie doch mal in Ihrem Bekanntenkreis, wann dort jemand nach einer aktuellen Gehaltsabrechnung gefragt wird oder einen Anruf aus der Bankfiliale erhält, um über nicht geflossene Riesterzulagen oder über die Steuererklärung zu sprechen. Man wäre erstaunt, wie wenig Betreuung stattfindet. Hier verlieren viele Kunden eine Menge Geld für ihre wichtige Altersvorsorge.

Wie zufrieden sind Sie mit den Riesterverträgen in Ihrer Betreuung?

Vom Grundsatz sind wir sehr zufrieden, da sich sowohl die ausgewählten Gesellschaften und auch die Anlagemotoren als absolut richtig erwiesen haben. Aber auch wir müssen bei den derzeitigen Änderungen und Problemen am Kapitalmarkt am Ball bleiben und auf Herausforderungen für unsere Mandanten reagieren. Entscheidend ist, dass die diszipliniert mitmachen, da wir jährlich eine aktuelle Gehaltsabrechnung und eine Renteninformation benötigen. Wenn das gut klappt, dann laufen die Verträge, die Förderungen fließen und die Altersvorsorgelücke wird kleiner.